Die Geschichte des Skifahrens am Arlberg

Skifahren, in Österreich auch gerne Schifahren geschrieben, ist heute ein beliebter Winter Breitensport. Österreich ist als Skination weltweit bekannt und es gibt wohl keinen anderen Sport, der wichtiger für den österreichischen Tourismus ist als Skifahren. Skilaufen hat eine interessante Geschichte, die etwa bis ins 5. Jahrtausenden zurückreicht und Österreich besitzt ebenfalls eine reiche, historische Vergangenheit die mit dem Skifahren eng verknüpft ist.
Wie hat das alles angefangen? Wer waren die ersten Skifahrer in Österreich? Lassen Sie uns einen Blick auf die Geschichte des Skifahrens am Arlberg werfen.

Ski Fahren eine Erfindung der Kinder

Kinder der Gründer von Ski

Kinder der Gründer von Ski

Die Erfindung des Skifahrens, in der heute bekannt Form, kann Kinder zugeschrieben werden, die verschneite, österreichische Hänge nach unten rutschten. Dies machte Spaß; weswegen man, trotzt des Schwierigkeitsgrades, Kinder beobachten konnte die mit zwei Stöcken in den Händen und „Ski-ähnlichen“ Brettern an den Füssen auf der Piste unterwegs waren. Eltern, und Erwachsene im Allgemeinen, waren dem Skifahren gegenüber skeptisch und überließen es den Kindern. Es ist anzunehmen, dass einigen von ihnen eingeschüchtert waren von den Schwierigkeiten die diese Freizeitbeschäftigung damals mit sich brachte. Eine berühmte Geschichte besagt, dass ein ortsansässiger,  österreichischer Priester Skier per Post geschickt bekommen hatte und er um Mitternacht den Umgang mit den Brettern geübt hat. Er wollte von seiner Gemeinde nicht dabei gesehen werden. Dies beweist, dass auch Erwachsene an dieser unterhaltsamen Freizeitbeschäftigung interessiert waren, aber eher dazu neigten, die soziale Barriere aufrecht zu erhalten, dass Skifahren nur für Kinder gedacht war.

Schnee wurde erst durch das Skifahren beliebt

Sking Histroy Österreich

Sking Histroy Österreich

Wer hätte gedacht, dass diese, den Kinder zugewiesene Aktivität, bald von vielen Österreichern und dem Rest der Welt geschätzt werden würde. Schnee wurde als Problem, welches ungünstigen klimatischen Bedingungen folgte, angesehen und alle Stadt-Bewohner waren gemeinsam damit beschäftigt, die weißen Flocken von Dächer und Straßen wegzukehren. Ein zugewiesener Schnee-Beauftragter leitete die Arbeiten und erhielt mehrere Medaillen für seine Verdienste in der Gemeinde.

Video: Die Geschichte des Skisports am Arlberg

Die Ursprünge des Skifahrens

Arlberg-Bahn Linie History

Arlberg-Bahn Linie History

Im Jahr 1884 eröffnete der Kaiser den Zug der Arlberg Linie, der dazu diente die Besucher und Skifahrer nach Langen zu transportieren. Pferdeschlitten waren damals die wichtigsten Verkehrsmittel, die 45 Minuten lange Schlittenfahrt brachte die Ski Gäste in das Arlberg Dorf Stuben. Stuben am Arlberg ist von besonderer Bedeutung, da dort die Kreuzritter, auf ihrem Weg ins Heilige Land, Unterschlupf gefunden haben vor ihrem Aufstieg zum Arlbergpass.

Hannes Schneider

Hannes Schneider zeigt einen Sprung wiederum circa 1940 ist

Hannes Schneider zeigt einen Sprung wiederum circa 1940 ist.
Foto: Cranmore Mountain

Hannes Schneider, der Erfinder des berühmten Arlberg Ski-Stils, kam in Stuben zur Welt. Der "Vater des modernen Skisports", wie er von vielen Menschen genannt wird, gab auch Skiunterricht in den Vereinigten Staaten von Amerika und Japan. Der Arlberg-Ski-Stil wird als "die moderne Art des Abfahrts-Ski" bezeichnet.

1901 wurde der Arlberg Ski Club, wie er heute genannt wird, von einer lebensfrohen Gruppe von Skifahrern gegründet. In den 30er Jahren war Skifahren eine mühsame Angelegenheit, da es keine Seilbahnen und Sessellifte gab. Skifahrer mussten praktisch zu Fuß den Hang hinauf, was etwa 2 Stunden dauerte, und die Abfahrt den Hang hinunter auf Skiern dauerte nur 3 Minuten. Skifahren war damals auf Grund der fehlenden Aufstiegshilfen anstrengender als heute und so verwundert es nicht, dass die Skifahrer schon damals Ruhepausen in Hütten einlegten und dort Speisen, Bier und andere Getränke verzehrten. Der Schnee konnte sich oft bis auf  Hüfthohe ansammeln, ab den 30er Jahren gab es bereits die erste effektive Schneefräse um die Straßen zu räumen.

Bau der Flexenstraße

Bau der Flexen Strasse

Bau der Flexenstraße

Die Fahrt vom Langener Hauptbahnhof nach Zürs konnte bis zu 2 Stunden in Anspruch nehmen während die Reise nach Lech etwa 2 ½ Stunden dauerte (ohne Komplikationen). In tiefen Schnee mussten Tunnel mit Hand gegraben werden um am Arlbergpass durch zukommen. Der Bau der Flexenstraße begann im Jahre 1895 unter Baumeister Johann Bertolini und der Weg dafür musste durch das Gestein gesprengt werden. Die drei Gemeinden Lech, Warth und Zürs am Arlberg wurden von der Regierung angewiesen, 10% der Baukosten zu tragen – die entsetzlich hoch waren. Dies ist ein weiterer wichtiger historischer Meilenstein; wären diese Arlberg Gemeinden nicht in der Lage gewesen die Baukosten zu decken, würde Skifahren in Zürs und Lech am Arlberg in seiner heutigen Form nicht existieren. Der Bau wurde nach 5 Jahren abgeschlossen, wodurch eine feste Verbindung zwischen Stuben, Zürs und Lech entstand. Der Schnee jedoch führte weiterhin zu Problemen bei der Reise durch den Tunnel. Die Menschen mussten den Tunnel entweder zu Fuß, mit Schlitten oder Ski durchqueren, weil Fahrzeuge damals für viele noch unerschwinglich waren.

Der Anfang der Ski-Kurse und einer neue Ski Ära am Arlberg

eine neue Art des Skifahrens auf dem Arlberg

eine neue Art des Skifahrens auf dem Arlberg

Bemerkenswerterweise war Zürs im Winter völlig verlassen bevor die Skifahrer es übernahmen. Danach war Zürs am Arlberg im Sommer verlassen auf Grund der Umorientierung der Viehzüchter die alle nun Skiunterricht gaben. 1906 fanden die ersten Skikurse in Zürs am Arlberg (Skischule Zürs) statt und der gefeierten Arlberg Stil Erfinder, Hannes Schneider, war einer der Schüler. Im Jahre 1936 wurde in Zürs am Arlberg der erste Schlepplift Österreichs in Betrieb genommen. Verglichen mit modernen Exemplaren war der Lift recht einfach und nicht sehr lang. Trotzdem wurde dieser Lift von den Skifahrern begeistert angenommen, denn erstmals war damit Skifahren am Arlberg ohne anstrengende Aufstiege möglich.

Beginn der Skikurse am Arlberg

Beginn der Skikurse am Arlberg

1922 war das Jahr in dem die erste Gruppe von Skifahrern in Lech am Arlberg anreiste. Einige wagemutige Skifahrer fuhren sogar auf dem gefrorenen Teil des Flusses Ski. Die Lecher Skischule wurde 1925 gegründet und hatte nur 2 Skilehrer, was im Vergleich zu den über 200 Lehrern heute, sehr wenig war. Der erste Lecher Ski Lift wurde im Jahr 1939 im Betrieb genommen, davor mussten die Ski Lehrer ebenso sowie Ski Schüler zu Fuß bis an die Spitze des Berges steigen. Große, weite Skihosen waren sehr beliebt zu dieser Zeit, und die Skier waren über 2 Meter lang.

Dies war ein kurzer Ausflug zurück in die Geschichte des Skisports am Arlberg. Der Beitrag von Hannes Schneider muss immer wieder hervorgehoben werden, da er eine wichtige Rolle in der Entwicklung des modernen Skisports, wie er heute bekannt ist, gespielt hat.

2 Responses to “Die Geschichte des Skifahrens am Arlberg”

  1. [...] über die Geschichte des Skifahrens am Arlberg erfahren möchten, lesen Sie auch unseren Artikel: Die Geschichte des Skifahrens am Arlberg. Epochen der Geschichte des Skilaufs in Lech am Arlberg Video Skischule Lech: Fackellauf der [...]

  2. [...] bevor es Skilifte, Schneeraupen und präparierte Pisten gab. Freeriding hat somit am Arlberg, der Wiege des alpinen Skilaufens, [...]

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